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Fallstudie Finanzwesen

Zusammenfassung

Unser Kunde in dieser Fallstudie ist ein großes amerikanisches Unternehmen, das für seine Finanzberater berühmt ist. Um sich auf seine Expansion in den japanischen Markt vorzubereiten, wollte dieser Kunde Dutzende von Finanzberatern aus einer Reihe von Finanzunternehmen in Japan einstellen. Er plante, einen neuen Markt in Japan zu entwickeln, indem er diese Berater in den in den USA gewonnenen Know-How schulte. Das Unternehmen vertraute seinen Schulungsmaterialien, die sich in den USA bewährt hatten. Es bat TOIN, die Materialien ins Japanische zu übersetzen, so dass japanische Finanzberater sie verstehen konnten.

Allerdings meinte der Projektmanager, dass eine direkte Übersetzung der Dokumente ins Japanische aufgrund kultureller Unterschiede wenig Erfolg bringen würde. Er schlug dem Kunden vor, die Texte nicht nur übersetzen, sondern auch kulturell an japanische Leser anpassen zu lassen. Der Kunde stimmte zu, und wir führten das Umschreiben parallel zur Übersetzung durch, so dass die Schulungsmaterialien die Erwartungen des Kunden voll erfüllten.

Herausforderungen

  • Schulung für japanische Finanzberater
  • Anpassen von englischsprachigen Schulungsmaterialien, die am US-Markt ausgerichtet waren, an ein japanisches Publikum.
  • Notwendigkeit, die Terminologie für die Dienstleistungen von Finanzberatern zu definieren, was in Japan ein relativ neues Konzept darstellt.

Lösungen

  • Wir empfahlen ein um einen Team-Leiter herum organisiertes Schulungsprogramm japanischer Art, statt einer gruppenorientierten Schulung amerikanischer Art.
  • Wir teilten die Abschnitte, die übersetzt werden mussten, und die, die auf Japanisch umgeschrieben werden mussten, in getrennte Bereiche auf und führten beide Aufgaben parallel aus.
  • Wir definierten neue Terminologie in Zusammenarbeit mit erfahrenen Übersetzern und dem Team-Leiter unseres Kunden.

Ergebnisse

  • Wir entwickelten ein Schulungsprogramm, das für japanische Finanzberater relevant war.
  • Wir bereiteten den übersetzten Text auf die Wiederverwendung vor, indem wir ihn in einer Übersetzungsspeicher-Datenbank speicherten.

Übersetzung ist nicht genug...

Das war die Reaktion des Projektmanagers von TOIN, als er zum ersten Mal die vom Kunden erhaltenen Schulungsunterlagen durchsah. Die Materialien enthielten zahlreiche Verweise auf Gesetze und Handelspraktiken in der amerikanischen Finanzbranche, die eine japanisches Publikum kaum verstehen würde. Zudem war die Schulungsmethodik amerikanisch, wobei die Teilnehmer in kleine Gruppen aufgeteilt wurden, in denen sie diskutierten, bevor sie ihre Ergebnisse der ganzen Klasse vorstellten. Mit dieser Unterrichtsmethode wären Japaner nicht vertraut, da sie an vom Lehrer geführten Unterricht gewöhnt sind. Deshalb schlugen wir vor, das Material in Abschnitte zu unterteilen, die übersetzt würden, und in andere, die umgeschrieben werden mussten. Der neue Text wurde direkt auf Japanisch verfasst, ohne übersetzt zu werden.

Volle Nutzung von Übersetzungsspeicher-Tools

Schulungsmaterialien enthalten zahlreiche wiederholte Sätze, ganz gleich, ob es sich um die Finanzbranche oder andere Bereiche handelt. Aufgrund unserer ersten Analyse des Gesamttexts war es klar, dass wir 50 Prozent des Dokuments einfach dadurch übersetzen konnten, indem wir Sätze wiederholten oder einzelne Worte austauschten. Wir verwendeten as Übersetzungs-Tool TRADOS und einen im Finanzbereich erfahrenen Übersetzer zur Übersetzung der neuen Sätze. Diese Sätze wurden dann von TRADOS automatisch wiederverwendet, was nicht nur Zeit und Kosten sparte, sondern auch eine konsistente Übersetzung sicherstellte. Die Terminologie stellt den Grundbaustein jeder Übersetzung dar: unsere erfahrenen Übersetzer arbeiteten mit dem Team-Leiter des Kunden bei der Erstellung eines Glossars zusammen, das dann zur Qualitätssicherung bei der Übersetzung dient.

Neue Abschnitte wurden zusammen mit dem Kunden verfasst.

Das TOIN-Team beschloss, Schulungsmaterialien zu entwickeln, die die Kursteilnehmer wirklich verstehen, indem es Fallstudien einbaute, die japanischen Finanzberatern vertraut wären. Wir baten den Kunden, uns einige seiner zahlreichen Fallstudien zur Verfügung zu stellen, die wir dann als Grundlage für das neu verfasste Material verwendeten. Wenn wir zudem Zweifel an der Schulungsmethode hatten, besprachen das japanische Team des Kunden und das US-Team das Problem und gaben uns Anweisungen zur Änderung des Materials. Die juristische Abteilung beim US-Hauptbüro listete auch die Informationen auf, die aus rechtlichen Gründen hinsichtlich des Serviceinhalts und anderer Erläuterungen nicht geändert werden konnten, und diese Abschnitte erhielten einen Erläuterungshinweis "gemäß US-Gesetzen".

Indem wir ein Dokument erzeugten, das eine Mischung zwischen übersetztem und neu verfasstem Material darstellte, und indem wir eine Schulungsplattform für den japanischen Team-Leiter entwickelten, war unser erster Versuch, Schulungsmaterialien für japanische Finanzberater zu entwickeln, sehr erfolgreich. Obwohl es danach wiederholt Änderungen an den Materialien gab, konnten wir durch Einsatz des Übersetzungsspeichers den Anteil der Abschnitte, die neu übersetzt werden mussten, auf weniger als 20 Prozent beschränken. Zudem waren andere Dokumente, die die Finanzberater nach Beginn Ihrer Arbeit beim Kunden benötigten, den Schulungsmaterialien ähnlich. So konnte der gleiche Übersetzungsspeicher zur schnellen und konsistenten Übersetzung anderer Dokumente eingesetzt werden: ein nützlicher Nebeneffekt des ursprünglichen Projekts.


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